Sonntag, 28. Februar 2016

There's a rock in my heart that can't be broken - Die Musik der Silencers

1985 trafen sich vier Schotten in London und gründeten die Silencers: Jimme O’Neill (Gesang, Gitarre), Cha Burns (Gitarre), Martin Hanlin (Schlagzeug) und Joe Donelly (Bass).


Ihre Musik könnte man als gitarrenbasierte Mischung aus Independent Rock, keltischem Folk und Elektronik bezeichnen, gelegentlich mit Funk- und Blues-Einflüssen versehen. O’Neill und Burns kamen ursprünglich aus der New Wave Szene, auch das hört man. O’Neill schrieb Songs für Paul Young und Lene Lovich, Burns spielte für Adam Ant.

Eigentlich wollte er ja Maler werden, sagt Jimme O’Neill, später entschloss er sich, Architektur zu studieren. Aber die Verlockung, jede Menge Dope zu rauchen und ständig auf Popfestivals zu gehen, habe ihn schließlich umgestimmt. Er malt übrigens nach wie vor, auf Leinwand und auf Hemden.

Im Mai 1986 begannen die Silencers, ihr erstes Album, Letter from St. Paul,  in den Hansa Studios in Berlin aufzunehmen. Zwei Monate und mehrere Nervenzusammenbrüche später (O’Neills Worte) verwarfen sie das Ergebnis und starteten in den Castlesound Studios in Edinburgh von Neuem. Painted Moon, ihr erster Hit aus dem Album, war eine Reaktion auf den Falklandkrieg.

Die Silencers tourten im Laufe der Jahre unter anderem mit den Pretenders und den Simple Minds. In Großbritannien wurden sie dennoch weitgehend ignoriert, während sie es in Europa zu einer gewissen Bekanntheit brachten (In Frankreich sind sie Stars und waren dort später mit ihrem Album So Be It dreimal so erfolgreich wie Madonna zu jener Zeit. Auch die Spanier lieben sie. In Deutschland, Italien und in der Schweiz haben sie ebenfalls eine Fanbasis). Eine Tour in Amerika sorgte dort für Anerkennung, die jedoch nicht lange vorhielt, da den Amerikanern ihr zweites Album, A Blues for Buddha, nicht rockig genug war.

Während der Arbeit am dritten Album, Dance to the Holy Man, änderte sich die Besetzung aufgrund von persönlichen Differenzen. Der mangelnde Erfolg in Großbritannien trotz akzeptabler Verkaufszahlen in Europa zog Probleme mit RCA, ihrer Plattenfirma, nach sich. Eine Weile sah es so aus, als wäre dies das Ende.

1993 konnten sie jedoch unter hohem persönlichen Einsatz ein weiteres Album produzieren, Seconds of Pleasure. Die Unterstützung für eine Tour blieb allerdings aus, sodass sie diese selbst finanzieren mussten. Letztlich war der Wechsel der Plattenfirma wohl unausweichlich.

Während ihrer Arbeit am fünften Album, So Be It, fragte das Scottish Tourist Board bei ihnen an, ob sie Wild mountain thyme, ein klassisches keltisches Volkslied, für eine Werbekampagne aufnehmen würden. Die Silencers schafften es, daraus eine wunderbar moderne Version zu machen, und landeten damit einen Hit in Schottland.

Der große Durchbruch blieb ihnen leider immer versagt, nach wie vor gelten sie als Geheimtipp. Deshalb liegen zwischen den Veröffentlichungen ihrer mittlerweile acht Studioalben auch meist viele Jahre. Für mich sind sie neben den ungleich bekannteren Runrig meine liebste schottische Band, und besonders ihre Alben Seconds of Pleasure und So Be It schätze ich sehr.

Was die Familie O’Neill betrifft – Musik bestimmt ihr Leben: Jimmes Frau Sadie hat ihre eigene Band. Seine Tochter Aura singt bei den Silencers mit. Und sein Sohn James ist gerade dabei, sich eine musikalische Karriere als Singer/Songwriter aufzubauen. Zusammen mit Martin Kelly hat er das Duo Martin and James gegründet. Die beiden spielten bereits im Vorprogramm von Größen wie Razorlight, Simply Red, Milow, One Republic oder Ellie Goulding und sind mittlerweile nach Berlin umgesiedelt.


Anspieltipps:

One inch of heaven (das 4. Lied)


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Gunnar